Geschichte des Niederwald-Denkmals in bildlichen Dokumenten

Kategorie: Vortrag
Geschichte des Niederwald-Denkmals in bildlichen Dokumenten
Vortrag der Rheingauer Heimatforscher
Die Gesellschaft zur Förderung der Rheingauer Heimatforschung e.V. lädt am Dienstag 27. Februar 2024, um 19:00 Uhr, zu ihrem ersten Vortrag im Jahr 2024 ein. Dr. Bernd-Michael Neese aus Wiesbaden referiert zur „Geschichte des Niederwald-Denkmals in bildlichen Dokumenten, 1871 bis 1883“.
Der Vortrag hat als Schwerpunkt die Darstellung der baulichen Entwicklung anhand zahlreicher zeitgenössischer Illustrationen, Zeichnungen, Fotografien. Das Bildmaterial dokumentiert, dass die Erbauung der Germania-Monumentalstatue eine künstlerische, bauliche und eine in mehrfacher Hinsicht bewundernswerte technische Meisterleistung war. Der Schöpfer der Germania, Professor Johannes Schilling, arbeitete mehr als fünf Jahre an der zehn Meter hohen Gestalt. Nach deren Vollendung benötigte die Erzgießerei Ferdinand von Miller in München drei Jahre für die Fertigstellung. Es folgte als nächste Herausforderung der Transport der überschweren Einzelteile von München nach Rüdesheim auf der Eisenbahn und sodann auf einem Rhein-Schiff. Nach der Ankunft in Rüdesheim bereitete der Transport der Einzelstücke auf die steile Niederwald-Anhöhe erhebliche Schwierigkeiten, der mit Hilfe von acht bis zwölf Pferden bewältigt wurde. Mit größter Spannung erwarteten die Bürger den krönenden Abschluss der Erbauung – die seit mehr als einem Jahrzehnt ersehnte Aufstellung der Statue. Diese wurde im Juli 1883 innerhalb von einer Woche an drei Tagen verwirklicht. Zum Aufzug der drei riesigen Einzelteile mit Hilfe einer elf Meter hohen Holzgerüst-Konstruktion fanden sich Tausende von Schaulustigen rund um das Denkmal ein, und am gegenüberliegenden Ufer in Bingen verfolgten ebenfalls Tausende von Zuschauern mit Ferngläsern die riskanten Aufzug-Aktionen. Alle an der Erbauung Beteiligten und die vielen Schaulustigen waren schließlich erleichtert, dass die Aufstellung der Germania-Statue ausnahmslos ohne unliebsamen Zwischenfall verlief.
Die beiden großangelegten Feierlichkeiten anlässlich der Grundsteinlegung am 16. September 1877 sowie der Einweihung am 28. September 1883, die reichhaltig bildlich dokumentiert sind, können aus zeitlichen Gründen nur ansatzweise dargestellt werden.
Der Vortrag findet statt im Kulturtreff „Die Scheune“ in Geisenheim. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Organisator
Rheingauer Heimatforscher e. V.