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Weinbergsbewässerung
Das Jahr 2025 war ein Jahr mit durchschnittlicher Regenmenge. Auch in den Sommermonaten kam es zu regemäßigen Niederschlägen. Eine länger anhaltende Trockenperiode gab es nicht. Aber dennoch mussten teilweise Weinberge mit Jungfeldern bewässert werden. Was ist, wenn wieder eine anhaltende Trockenheit kommt, so wie in den Jahren 2022 und 2023, in denen es im Sommer teilweise über 10 Wochen praktisch keine Niederschläge gab? Um im Weinbau Qualitäts- und Mengeneinbußen entgegenzuwirken ist dann eine Bewässerung der Flächen nötig.
Seit 2021 betreiben die Stadtwerke der Hochschulstadt Geisenheim drei Brauchwasseranlagen. „Wir mussten feststellen, dass unsere Brauchwasserstellen, an denen man sich das benötigte Wasser in Behältnisse abfüllen kann, um es dann zur Verbrauchstelle zu transportieren, für Tierhalter oder Kleingärtner funktioniert, für eine Weinbergsbewässerung aber leider nicht“ stellt der Technische Betriebsleiter der Stadtwerke Geisenheim, Jochen Quasten, fest.
Für eine flächendeckende Bewässerung ist eine enorme Menge an Brauchwasser notwendig. Diese per Tankfahrzeug in den Weinberg zufahren ist weder logistisch möglich noch wirtschaftlich vertretbar.
Genau an dem Punkt haben die Stadtwerke Geisenheim angesetzt und eine konkrete Projektplanung zur Weinbergsbewässerung gestartet.
„Wir haben uns die Weinbergsflächen zwischen der Talstadt bis hoch nach Marienthal und zwischen Rüdesheim und Johannisberg vorgenommen und gefragt, welche technische Infrastruktur notwendig ist, um in dieser Fläche flächendeckend Brauchwasser bereitzustellen. Bei der daraus entstandenen Projektplanung wurden auch mögliche Einzelabnehmer wie die Hochschule Geisenheim University und ein Obstgut berücksichtigt,“ erläutert der Technische Betriebsleiter.
„Uns war es wichtig eine konkrete Projektplanung zu machen, die genau auf unsere Gegebenheiten abgestimmt ist und genau unseren Bedarf berücksichtigt. Die Planung ist individuell und keine Blaupause für eine generelle Weinbergsbewässerung“, betont Jochen Quasten.
Herausgekommen ist eine Vorplanung die alle Bausteine über die Rohwassergewinnung, Wasseraufbereitung, den Transport und die Verteilung beinhaltet und mit einer konkreten Kostenschätzung abschließt.
Um greifbar zu machen, was eine derartige Investitionssumme für jeden einzelnen Nutzer an Kosten produzieren würde, haben die Stadtwerke auch die sich daraus ergebenen jährlichen Betriebskosten ermittelt. Diese Planung möchten die Stadtwerke nun vorstellen und laden dazu alle Interessenten am
Montag, 23. März 2026 um 19:00 Uhr in das Rheingau Atrium nach Geisenheim (Bischof-Blum-Platz 2)
ein.
„Der Weinbau ist die wichtigste Säule des Rheingaus. Wenn wir Konzepte entwickeln wollen, wie sich der Weinbau zukunftssicher aufstellen kann, dann müssen wir auch die Frage einer möglichen Bewässerung klären. Das Thema ist wichtig und unsere Stadtwerke haben dazu mit dieser Planung eine gute Grundlage für weitere Überlegungen geschaffen. Damit können wir das Thema voranbringen,“ betont Bürgermeister Christian Aßmann. „Ich lade daher jeden ein, am 23. März dazuzukommen und sich einzubringen.“
Foto ©Jochen Quasten: Weinbergsbewässerung mit Tankfahrzeug
Geisenheim, 6. März 2026

