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Wirtschaftsstandort Geisenheim


Mittelzentrum mit guten Verkehrsanbindungen


Geisenheim liegt am südlichen Rand des Rheingau-Taunus-Kreises in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Rüdesheim am Rhein. Die Silhouette der Stadt wird durch die gotische Pfarrkirche aus dem 12. Jhd. auch als „Rheingauer Dom“ bezeichnet, bestimmt.

Durch die Zusammenführung der 1872 gegründeten Forschungsanstalt Geisenheim und des Fachbereichs Geisenheim der Hochschule Rhein-Main ist unter staatlicher Trägerschaft 2013 die „Hochschule Geisenheim University“ entstanden.


Das bundesweit einzigartige Konzept integriert erstmals die praxisorientierten, berufsqualifizierenden Elemente der klassischen Fachhochschulausbildung und die forschungsbasierten und für den wissenschaftlichen Nachwuchs bedeutsamen Elemente der universitären Ausbildung im Master- und Promotionsbereich. Die enge Verzahnung aus Lehre, Forschung und Praxis ermöglicht es, dass in den Berufsfeldern des Weinbaus und der Weinwirtschaft, der Landschaftsarchitektur, des Gartenbaus sowie der Getränketechnologie, der Lebensmittelsicherheit und des Lebensmittelmanagements sämtliche Facetten an Ausbildungsmöglichkeiten durchlaufen werden können. Die international anerkannte Hochschule zählt derzeit ca. 1.600 Studierende.


Mit mehreren allgemeinbildenden Schulen, zwei Berufsfachschulen und zwei Gymnasien gilt Geisenheim auch als Schulstadt des Rheingaus. Die landeseigene Internatsschule „Schloss Hansenberg“, beherbergt seit 2003 ein Oberstufengymnasium für besonders leistungsfähige Schüler.


Zu Geisenheim gehören die Stadtteile Stephanshausen, Marienthal mit Kloster und Wallfahrtskirche aus dem 14. Jhd. und Johannisberg, dessen gleichnamiges Schloss durch seine Höhenlage dem westlichen Rheingau einen besonderen Akzent verleiht.

Geisenheim gilt als selbständiges Mittelzentrum mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen. Geisenheim verfügt über eine gute Verkehrsanbindung durch die Bahnlinie Koblenz-Wiesbaden und die B 42 nach Wiesbaden. Zur hessischen Landeshauptstadt verkehrt eine Buslinie. Die Entfernung zum Autobahnanschluss der B 42 an die A 66 bei Wiesbaden in Richtung Frankfurt beträgt 20 km, zum Flughafen Frankfurt/Main etwa 50 km. Über das Schiersteiner Kreuz der A 66 besteht eine Anbindung an den Raum Mainz zur A 60/A 61 Köln/Koblenz/Ludwigshafen. Die Stadt Geisenheim hat derzeit rund 11.700 Einwohner, rund 9,4 % mehr als 1987. Durch ein Wohnbaulandpotential von ca. 7 ha dürfte auch zukünftig mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg zu rechnen sein.



Veränderte Wirtschaftsstruktur


Im Zeitraum 1987-2011 wandelte sich die Wirtschaftsstruktur. Insgesamt war bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine Abnahme um 888 Beschäftigte zu verzeichnen. Im Produktionsbereich ging die Beschäftigtenzahl um mehr als 1.600 auf zuletzt 630 zurück. Dieser Rückgang konnte durch Zunahme von ca. 200 Beschäftigten im gesamten Dienstleistungssektor nicht ausgeglichen werden.


Das größte Unternehmen, die MAN Roland Druckmaschinen AG mit rund 350 Mitarbeitern hat 2006 den Standort in Geisenheim geschlossen.

Auf den ehemaligen MAN-Gewerbeflächen (ca. 11 Ha) konnten über 20 Betriebe angesiedelt werden. Darunter u.a. die Fa. Pekutherm, einem kunststoffverarbeitenden Unternehmen mit über 40 Mitarbeitern, die Fa. Seegräber (Maschinen der Getränke- und Verpackungsindustrie), das Reichwein Bauzentrum, der Ärztliche Bereitschaftsdienst Rheingau, ProJob Rheingau-Taunus GmbH, THW-Stützpunkt u.v.m.


Seit 2008 hat die Firma GAT, Gesellschaft für Antriebstechnik einen Teil der ehemaligen MAN-Liegenschaften erworben. Das international ausgerichtete Technologieunternehmen aus der Sparte Spezialmaschinenbau beschäftigt über 100 Mitarbeiter und befasst sich neben Maschinen- und Anlagenbau für die Automobil- und Luftfahrtindustrie auch mit der Herstellung von Bauteilen zur regenerativen Energiegewinnung wie z.B. Windkraftanlagen.


Im Gewerbegebiet befinden sich mehrere High-Tech-Unternehmen wie z.B. die Fa. Wachendorff-Prozesstechnik und Automation GmbH (Maschinen und Anlagenbau) und die die Fa. ESKA-Kunststoff­technik GmbH & Co. (Technikfeld Medizintechnik und neue Werkstoffe).


Seit 2017 ist die Fa. Topcon Electronics GmbH & Co KG mit ca. 160 Mitarbeitern ansässig. Ein stark expandierende Unternehmen, das als einer der weltweiten Marktführer in der Entwicklung und Produktion von Bediengeräten für mobile Arbeitsmaschinen gilt. Auf einem neu erworbenen ca. 17.000 m² großen Grundstück soll der Firmensitz bis 2023 ausgebaut werden.


Die Firma Erbslöh Geisenheim GmbH gilt als führendes Unternehmen im Bereich der Getränketechnologie. Im Austausch mit der Hochschule Geisenheim University sowie Lehranstalten und Instituten im In- und Ausland werden praxisgerechte Problemlösungen im Getränkebereich entwickelt und angeboten.


Zahlreiche Autohäuser mit den Marken Opel, Hyundai, Renault, Mitsubishi, Ford, Mazda, Suzuki sind ebenfalls vertreten.


Weitere Firmen werden sich in den nächsten Jahren im 2019 erweiterten Gewerbegebiet (ca. 5 Ha) ansiedeln.

Die Lebensmittelnahversorgung wurde auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzeptes mit 3 Märkten (Edeka, Lidl und Netto) gesichert.

Im historischen Stadtkern, der auf eine 30-jährige förmliche Stadtsanierung zurückblicken kann sind zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte etabliert.

Das Lindentheater ist nicht nur das einzige Kino im Rheingau, sondern wird auch als Integrationsunternehmen betrieben. Die Stadtbücherei verfügt über fast 30.000 Medieneinheiten.

Ab 2020 wird neben dem Rathaus eine Touristeninformation eröffnen.


Die bisherigen punktuellen Bemühungen zur Nutzung der Solarenergie sollen zu einem umfassenden Programm „Solarstadt Geisenheim“ ausgebaut werden, mit dem Ziel, die Solarenergie verstärkt zu nutzen und die Produktion von Solarzellen für Geisenheim zu gewinnen. In einem Solaranlagenkataster sind mittlerweile ca. 180 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von ca. 2.400 Kwp erfasst. Hierzu zählen auch 2 Bürgersolaranlagen. Die durch Solarstrom gewonnene Energie reicht aus, um ca. 750 Haushalte ganzjährig mit Strom zu versorgen.


Gewerbeflächen


In Geisenheim besteht ein Gewerbegebiet mit guter verkehrlicher Anbindung an die B42 östlich des Stadtkerns. Die Gesamtgröße beträgt rund 30 ha. Im Gewerbegebiet stehen noch ca. 1 ha baureife gewerbliche Reserveflächen zur Verfügung.

Das Baurecht ist durch 2 Bebauungspläne ( § 30 Abs.1 und Abs. 3 BauGB) gesichert.

Zwei Standortmanager sind ansiedlungswilligen Betrieben bei der Standortsuche und Baurechtsschaffung behilflich.


Außerdem hat es sich die 2018 neu geschaffene Stabstelle Wirtschaftsförderung, Standort- und Leerstandsmanagement zur Aufgabe gemacht bei der Wiederbelebung gewerblicher Leerstände aktiv zu unterstützen. Das Gewerbe wird außerdem durch die Stabstelle Tourismus, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gefördert. Im Bereich Social Media wurde die Rubrik „einkaufen in geisenheim“ geschaffen. Eine Influencerin präsentiert dort die Einkaufsmöglichkeiten in Geisenheim. Verschiedene Broschüren machen Besucher auf das vielfältige Angebot in Geisenheim aufmerksam (Winzer, Gastgeber, Sehenswürdigkeiten, Einkaufsführer). Feste und Aktionen bringen weitere Kaufkraft nach Geisenheim. Auf diese Weise wird das Gewerbe der Geisenheimer Innenstadt sowie der Tourismus weiterentwickelt.

Letzte Änderung: 19.05.2020 11:29 Uhr